Brillenbuegelherstellung im Serbenlager

Kapitel 1

Eine ehemalige "Serbenlager" Wohnbaracke aus dem Besitz der Bruegger Familie Sander wurde 1946 angemietet.

Die Absicht ist dort eine Brillenbügel Fabrikation aufzubauen. Der Impuls dafür kam (so erscheint es jedenfalls) von einem Prof. Dr. Pistor, ein Augenoptiker in Eutin. Die Bestellungen, Käufer und Fabrikationszahlen der Brillenbügel sind leider unklar.

Klar ist, das absolut nichts für eine derartige Fabrikation am Ort vorhanden war.

Keine Werkzeuge, Fabrikationsvorrichtungen, Arbeitsbänke, Sitzstühle, Material, Telefon, usw. Gelernte oder etwas erfahrene Arbeitskräfte auch nicht.

Geld war fuer den Kauf von allen erforderlichen Sachen schon gar nicht da.

So wurde meist Schrott entrostet, aufgearbeitet und mit Farbe gestrichen. Andere Dinge selbst gebaut oder zusammen geschustert.

Vorrichtungen und Werkzeuge selbst hergestellt. Alles musste “organisiert” werden. Dafür hatte mein Vater ein ungewöhnliches Talent.

Aus dem nichts was zu machen war aber eben seine stärke und so entstand in aller kurzer Zeit die Struktur eines Betriebs.

Es fehlten nur noch die Arbeitskräfte.

Diese sammelten sich aber auch zusammen, denn Arbeit gab es zur dieser Zeit fast nicht. Arbeit zu haben war sehr Wertvoll.

So fing es mit der Fabrikation von Brillenbügeln auch bald an. Leider erwiesen sich die ersten Schritte alles andere als problemlos.

Das Hauptproblem betraf ein Loch in den Brillenbügel Rohling  zu bohren, bis zu einer tiefe von150mm, mit einem Durchmesser von weniger als 2.0mm.

Dieser Arbeitsgang erforderte echtes Fingerspitzengefühl, die nur wenige der Arbeitskräfte besaßen. Anfänglich wurden viele der wertvollen Bohrer abgebrochen, bis sich herausstellte wer für diese Arbeit am besten geeignet war.

Die restlichen Arbeitsgänge erwiesen sich unproblematischer: darunter das einfügen der Drahteinlagen, Scharnierausbuchtung-fräsen, Scharniere-vernieten.

In kurzer Zeit wurde die Firma Geschäftlich rentable. Der Umsatz nahm rapide zu, so das der Fabrikationsraum der Baracke für die nötige Arbeit schnell zu klein wurde.

Schon 1948 wird ein Grundstück in der Wilhelm-Staabe-Str. für eine Erweiterung und dauerhaften Standort der Firma Helmecke gekauft.

 

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